Fellwechsel beim Hund: wann, wie lange, was hilft
Der Fellwechsel beim Hund kommt zweimal im Jahr, im Frühjahr und im Herbst. Vor allem Hunde mit Unterwolle verlieren dann einen großen Teil davon, meist über mehrere Wochen. Regelmäßiges Kämmen bis auf die Haut holt die lose Wolle heraus. Kahle Stellen, Juckreiz oder Schuppen gehören dagegen in die Tierarztpraxis.
Von Michaela, Gründerin von Schöne Schnauzen in Berlin-Friedenau · Stand: · 4 Minuten Lesezeit
Was passiert beim Fellwechsel?
Beim Fellwechsel stellt Ihr Hund sein Fell auf die neue Jahreszeit um: Altes Haar fällt aus, neues wächst nach. Am deutlichsten zeigt sich das bei Hunden mit Doppelfell, also festem Deckhaar und weicher Unterwolle darunter. In den zwei großen Wechseln im Jahr fällt laut den VCA-Tierkliniken (öffnet in neuem Fenster) ein großer Teil dieser Unterwolle aus, oft in ganzen Büscheln.
Das Winterfell ist bei vielen Hunden länger und feiner und hält die Wärme. Das Sommerfell hat kürzere, kräftigere Haare und weniger feine Nebenhaare. So beschreibt es das MSD-Tierarzthandbuch (öffnet in neuem Fenster).
So läuft der Fellwechsel
- Tageslicht und Temperatur ändern sich, das Fell stellt sich darauf ein.
- Die alte Unterwolle löst sich.
- Die lose Wolle hängt im Fell fest oder landet auf Sofa und Teppich.
- Neues Fell wächst nach: zum Winter dichter, zum Sommer leichter.
Wann ist Fellwechsel beim Hund?
Der Fellwechsel kommt zweimal im Jahr, im Frühjahr und im Herbst. Feste Monate gibt es nicht: Das MSD-Handbuch spricht von frühem Frühjahr und frühem Herbst, die VCA-Kliniken von spätem Frühjahr und spätem Herbst. Auslöser sind auch Veränderungen bei Temperatur und Tageslicht.
Bei Hunden, die überwiegend drinnen leben, kann der Wechsel weniger deutlich ausfallen. Gut untersucht ist das nicht: In einer Studie der University of Minnesota (öffnet in neuem Fenster) mit 37 Labradoren, die im Haus lebten, wuchs das Fell nach einer Schur in allen Jahreszeiten ungefähr gleich schnell nach.
Welche Hunde haaren im Fellwechsel besonders stark?
Am stärksten trifft es Hunde mit dichter Unterwolle, etwa Labrador, Golden Retriever, Husky oder Spitz. Kurzhaarige Rassen ohne ausgeprägte Unterwolle haaren laut VCA eher gleichmäßig übers Jahr. Wie viel Wolle auf einmal kommt, hängt also vor allem vom Felltyp ab.
Warum Abscheren bei Doppelfell keine gute Idee ist, steht im Artikel Hund im Sommer scheren.
Was hilft Ihrem Hund im Fellwechsel?
Am meisten hilft, die lose Wolle regelmäßig herauszukämmen, bevor sie im Fell verklumpt. Im Fellwechsel darf das öfter sein als sonst, immer bis auf die Haut.
„Richtig bürsten heißt: in Lagen bürsten.“
Ein Bad tut Hunden mit dichter Unterwolle im Fellwechsel laut VCA gut, aber erst, wenn alle Knoten raus sind. Danach gründlich trocknen.
Welche Kämme sich eignen und was Sie lieber lassen, steht im Artikel Unterwolle entfernen.
Wie Sie Ihren Hund richtig baden und trocknen, steht im Artikel Hund baden.
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Hund haart extrem: Wann ist das kein normaler Fellwechsel mehr?
Wenn nicht nur Wolle ausfällt, sondern Haut oder Fell sich verändern.
| Was Sie sehen | Normal im Fellwechsel? | Was tun |
|---|---|---|
| viel Wolle in Büscheln, im Frühjahr oder Herbst | ja, bei Unterwolle | regelmäßig bis auf die Haut kämmen |
| kahle Stellen, Juckreiz oder Schuppen | nein | in der Tierarztpraxis abklären |
| plötzlich viel Haarausfall außerhalb der Saison | nein | in der Tierarztpraxis abklären |
Auch eine Kastration kann das Fell verändern: Die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz (öffnet in neuem Fenster) nennt Fellveränderungen als mögliche Folge. Fällt Ihnen danach etwas auf, sprechen Sie es in der Tierarztpraxis an.
Kahle Stellen, Juckreiz oder Schuppen gehören in die Tierarztpraxis, auch mitten im Fellwechsel, so rät es die Veterinärmedizinische Universität Wien. Ein Hundesalon kann lose Wolle auskämmen, aber keine Ursache feststellen.
Häufige Fragen
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Wie lange dauert der Fellwechsel beim Hund?
Eine feste Dauer nennen tierärztliche Fachquellen nicht. Rechnen Sie mit mehreren Wochen, je nach Hund, Fell und Haltung. Bei Hunden, die überwiegend drinnen leben, kann der Wechsel weniger ausgeprägt sein.
Kann man den Fellwechsel beim Hund beschleunigen?
Den Wechsel selbst steuern Jahreszeit, Tageslicht, Temperatur und Hormone. Beeinflussen können Sie, wie schnell die lose Wolle aus dem Fell kommt: durch regelmäßiges Kämmen zu Hause oder Carding im Salon. Ob Futter oder Zusätze für Ihren Hund sinnvoll sind, klären Sie am besten in der Tierarztpraxis.
Wie oft sollte ich meinen Hund im Fellwechsel bürsten?
Mindestens einmal pro Woche, das gilt laut der VCA-Klinik Maple Grove für alle Hunde, Hunde mit langem Fell brauchen es öfter. Im Fellwechsel lohnt es sich, häufiger zu kämmen, bis auf die Haut, damit die lose Wolle nicht verklumpt.
Haaren Pudel im Fellwechsel?
Pudel haben ein lockiges Fell, das ständig wächst, und zählen zu den Rassen, die kaum haaren. Viel lose Wolle wie beim Labrador ist bei ihnen deshalb nicht das Thema. Dafür verfilzen Locken leicht: Tägliches Bürsten und ein regelmäßiger Schnitt sind wichtiger, mehr dazu auf der Seite Pudel-Friseur.
Quellen
- Structure of the Skin in Dogs (öffnet in neuem Fenster)
- Grooming and Coat Care for Your Dog (öffnet in neuem Fenster)
- How to Prevent Matting (öffnet in neuem Fenster)
- An analysis of canine hair re-growth after clipping for a surgical procedure (öffnet in neuem Fenster)
- Stellungnahme Kastration von Hündinnen und Rüden (öffnet in neuem Fenster)
- Handbuch Assistenzhunde, Kapitel Regelmäßige Checks (öffnet in neuem Fenster)
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