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Ohren reinigen beim Hund: richtig pflegen, Ohrhaare, Warnzeichen

Ohren reinigen beim Hund heißt vor allem: regelmäßig ansehen und nur die Ohrmuschel außen sauber wischen. Etwas Ohrenschmalz ist normal und gehört zur Selbstreinigung. Wattestäbchen gehören nicht ins Hundeohr, im schlimmsten Fall verletzen sie das Trommelfell. Riecht ein Ohr, ist es gerötet oder schüttelt Ihr Hund oft den Kopf, gehört er in die Tierarztpraxis.

Von Michaela, Gründerin von Schöne Schnauzen in Berlin-Friedenau · Stand: · 4 Minuten Lesezeit

Müssen Sie die Ohren Ihres Hundes überhaupt reinigen?

Meist nur außen. Gesunde Ohren reinigen sich weitgehend selbst. Laut der Tierklinik-Kette AniCura (öffnet in neuem Fenster) zeigt eine geringe Menge Ohrenschmalz, dass diese Selbstreinigung funktioniert, deshalb sollte es nicht entfernt werden. Wichtiger als Reinigen ist ein regelmäßiger Blick ins Ohr, so findet sich eine Entzündung früh.

Mehr Aufmerksamkeit brauchen Hunde mit langen Hängeohren. Laut Bundestierärztekammer (öffnet in neuem Fenster) sind etwa Spaniel und Pudel anfällig für Ohrenentzündungen, weil die dicht behaarten, schweren Ohrmuscheln den Gehörgang abdichten. Auch Feuchtigkeit, etwa vom Schwimmen, und viele Haare im Gehörgang begünstigen eine Entzündung.

Ohren reinigen beim Hund: Wie geht es richtig?

Nur die Ohrmuschel, nicht den Gehörgang. Die Bundestierärztekammer empfiehlt, die Ohrmuschel zu trocknen und mit einem um den Finger gewickelten dünnen Papiertuch vorsichtig auszuwischen. Eine Tiefenreinigung gehört in fachkundige Hände.

So sehen Sie die Ohren nach

  1. Ohr anheben und hineinschauen: Rötung, Schwellung, Ausfluss?
  2. Kurz riechen: Hefe oder ungewaschene Socken sind ein Warnzeichen
  3. Ohrmuschel außen mit einem dünnen Papiertuch über dem Finger auswischen
  4. Nach Schwimmen oder Baden die Ohrmuschel trocknen

Wattestäbchen schieben Schmutz tiefer in den Gehörgang. Im schlimmsten Fall verletzen sie sogar das Trommelfell, warnt die Bundestierärztekammer.

Ohrenpflege zu Hause

Das hilft

  • Hängeohren öfter ansehen als Stehohren
  • Ohrreiniger nur verwenden, wenn die Tierarztpraxis ihn empfiehlt
  • Beim Baden kein Wasser in die Ohren laufen lassen

Lieber nicht

  • Wattestäbchen oder spitze Gegenstände
  • Ohrpuder
  • Ein Ohr mit Geruch oder Ausfluss selbst behandeln

Wie Sie beim Baden Wasser aus den Ohren halten, steht im Artikel Hund baden.

Was bedeuten Geruch, braunes Sekret und Kopfschütteln?

Sie sind Warnzeichen für eine Ohrenentzündung und gehören in die Tierarztpraxis. Betroffene Hunde schütteln laut Bundestierärztekammer auffällig den Kopf, halten ihn schief oder reiben die Ohren über den Boden.

Was Sie am Ohr sehen, und was dann
Was Sie sehenWas es bedeuten kannWas tun
wenig Ohrenschmalz, kein Geruchnormale Selbstreinigungin Ruhe lassen
Staub oder Schmutz außen an der OhrmuschelAlltagmit dünnem Tuch abwischen
braunes oder schwarzes SekretHefepilze, Parasiten, auch BakterienTierarztpraxis
Geruch nach Hefe oder ungewaschenen SockenOhrenentzündungTierarztpraxis
Kopfschütteln, Schiefhalten, Ohr am Boden reibenEntzündung oder Fremdkörper wie eine GranneTierarztpraxis

Was nach dem Spaziergang im Ohr stecken kann, steht im Artikel Grannen beim Hund.

Ohrhaare zupfen: ja oder nein?

Darüber sind sich Fachleute nicht einig. Die Empfehlungen stützen sich vor allem auf Erfahrung, weniger auf Studien.

Was Fachleute zu Ohrhaaren sagen

Dafür
Die Bundestierärztekammer rät 2015, Haare, die tief ins Ohr wachsen, regelmäßig zu entfernen oder entfernen zu lassen, ohne die Methode zu nennen.
Nur bei Bedarf
Das Merck-Handbuch (2025) hält Zupfen bei stark behaarten Gehörgängen für sinnvoll, weil es die Belüftung verbessert. Haare, die keine Probleme machen, sollten aber nicht routinemäßig raus, das kann eine akute Entzündung auslösen.
Mittelweg
Herausragende Haare kürzen statt zupfen und das Ohr regelmäßig kontrollieren, empfiehlt die tierärztliche Fortbildungsplattform VetVine.

Bei Hunden mit viel Haar im Gehörgang zupfen wir die Haare in der Komplettpflege, wenn das Ohr gesund ist.

„Manche Hunde mögen das gar nicht. Dann zupfe ich in kleinen Schritten immer nur ein paar Haare, damit sie sich daran gewöhnen.“

Michaela, Gründerin von Schöne Schnauzen

Ohrpuder, wie er nach dem Zupfen manchmal verwendet wird, kann laut Merck-Handbuch im Gehörgang reizende Klumpen bilden und sollte nicht verwendet werden. Ist das Ohr schon entzündet, entscheidet die Tierarztpraxis, ob Haare raus müssen.

Was beim Pudel außer den Ohren zur Pflege gehört, steht auf der Seite Pudel-Friseur.

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Wann muss Ihr Hund mit den Ohren zum Tierarzt?

Kopfschütteln, schief gehaltener Kopf, ständiges Kratzen, Geruch, Rötung, Schwellung, dunkles Sekret oder Schmerz beim Anfassen gehören in die Tierarztpraxis, ebenso der Verdacht auf eine Granne im Ohr. Ohrentropfen, Spülungen und jede Reinigung tief im Gehörgang sind Sache der Praxis.

Häufige Fragen

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Wie oft sollte man Hundeohren sauber machen?

Eine feste Regel gibt es nicht. Ansehen sollten Sie die Ohren regelmäßig, Hängeohren laut der Tierklinik-Kette AniCura am besten täglich nach dem Spaziergang. Sauber wischen Sie nur, was außen an der Ohrmuschel sichtbar ist. Ohrenschmalz im gesunden Gehörgang bleibt drin, einen Ohrreiniger nehmen Sie nur, wenn die Tierarztpraxis ihn empfiehlt.

Wie bekommt man das braune Zeug aus dem Ohr eines Hundes?

Was außen an der Ohrmuschel sitzt, wischen Sie mit einem dünnen Papiertuch über dem Finger ab. Braunes Sekret aus dem Gehörgang holen Sie bitte nicht selbst heraus, schon gar nicht mit Wattestäbchen. Es kann auf eine Entzündung hindeuten, die Ursache klärt die Tierarztpraxis.

Was ist schwarzer Ohrenschmalz bei Hunden?

Dunkles bis schwarzes Sekret im Ohr weist laut MSD-Tierarzthandbuch oft auf Hefepilze oder Parasiten wie Ohrmilben hin, es kommt aber auch bei bakteriellen Entzündungen vor. In der Tierarztpraxis wird das Sekret untersucht, danach gibt es die passende Behandlung. Selbst behandeln sollten Sie es nicht.

Warum kratzt sich mein Hund ständig am Ohr?

Häufige Ursachen einer Ohrenentzündung sind laut Bundestierärztekammer Pilze, Bakterien und Parasiten wie Ohrmilben. Auch zu viel Ohrenschmalz, Fremdkörper wie Grannen, Allergien oder eine Schilddrüsenunterfunktion kommen in Frage. Kratzt sich Ihr Hund immer wieder, lassen Sie das Ohr untersuchen.

Quellen

  1. Otitis Externa in Animals (öffnet in neuem Fenster)Merck Veterinary Manual (S. Hoff), Stand September 2025 (englisch), abgerufen am 7. Oktober 2026
  2. Ear Infections and Otitis Externa in Dogs (öffnet in neuem Fenster)MSD Veterinary Manual, Dog Owners, Stand April 2026 (englisch), abgerufen am 7. Oktober 2026
  3. BTK-Tierhaltertipp: Ohrenentzündung beim Hund (öffnet in neuem Fenster)Bundestierärztekammer, Mai 2015, abgerufen am 7. Oktober 2026
  4. Plucking Hair From Dog Ears (öffnet in neuem Fenster)VetVine, August 2025 (englisch), abgerufen am 7. Oktober 2026
  5. Hundeohren selbst reinigen (öffnet in neuem Fenster)AniCura Deutschland, abgerufen am 7. Oktober 2026

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